Der Raum, den wir aus dem Alltag gewohnt sind, hat drei Dimensionen Nimmt man die Zeit hinzu, dann kommt damit auch eine weitere Dimension hinzu – die Raumzeit – mit ihren vier Dimensionen.

Zeit im Übergang

Zeit ist ein Kernthema, das sich durch alle meine Arbeiten zieht. Mein Verständnis von Zeit ist oft gleichbedeutend mit der Schaffung eines Zeitbegriffs. Sie dient als Begleiterin der Wahrnehmung oder als Abfolge von Ereignissen in der Bilddarstellung: Sie ist ein Versuch der Orientierung, der Erfahrung und Erforschung des Raumes mit allen Sinnen und im Kontext von Vergänglichkeit, Veränderung, Erinnerung und Zukunft. Daher hat die Komponente Zeit große Interpretationsmöglichkeiten: zu erhalten und dabei noch in der Schwebe zu bleiben, ohne Grenzen zu setzen.

Relativität und Zeit

Mein persönlicher Zeitbegriff leitet sich aus der speziellen Relativitätstheorie ab. Hier wird gezeigt, dass der Begriff „Zeit“ nicht allgemein betrachtet werden kann, sondern für jedes Trägheitssystem, in dem sich alle nicht-energetischen Objekte linear zueinander bewegen, hat die Zeit ihre individuelle Gültigkeit. Das bedeutet, dass z.B. wenn Sie sich in einem Zustand gleichmäßiger Bewegung befinden, die Zeit langsamer vergeht als bei einem relativ ruhenden Beobachter. Dieses Phänomen, auch bekannt als zeitliche Dehnung (Zeitdilatation), zeigt gravierende Auswirkungen, insbesondere bei sehr hohen Geschwindigkeiten nahe der Lichtgeschwindigkeit. Für eine detaillierte Erklärung kann das sogenannte Zwillingsparadoxon verwendet werden: Angenommen, ein Zwilling befindet sich mit einer hypothetischen Lichtgeschwindigkeit auf einem interstellaren Raumflug, der andere Zwilling bleibt auf der Erde zu Hause. Der raumfahrende Zwilling legt eine Strecke von 50 Lichtjahren zurück und kehrt auf die Erde zurück. Der zu Hause verbliebene Zwilling wird 50 Jahre älter geworden sein, während der raumfahrende Zwilling kaum gealtert ist. Dieses Paradoxon erklärt sich aus der theoretischen Betrachtung: Wenn sich ein Objekt mit Lichtgeschwindigkeit bewegt, bleibt die Zeit dafür stehen. Andererseits wäre das Objekt, da es eine Ruhemasse hat, im Gegensatz zu Photonen, mit Lichtgeschwindigkeit unendlich schwer. Diese Ambivalenz ist vor allem die Quelle der Inspiration für meine künstlerische Arbeit in Bezug auf die Zeit.